Tag 13 – 15: Kaoh Sok NP

Wir fahren von Ao Nang Richtung Norden, zu den Magrovenwälder von Ao Thalane. Dort ist heute eine Kajakfahrt geplant. Dort angekommen erhalten wir unsere Ausrüstung und auf geht’s!

Die geplante Strecke ist allerdings ganz schön lang. Strömung ist kaum vorhanden und das Paddeln erweist sich schwerer als gedacht. Mir geht es heute leider gar nicht gut, das scharfe Essen vom Vortag war wohl etwas zu viel für mich. So fluche ich die letzten Kilometer nur noch und kann die geniale Landschaft nicht wirklich genießen. Jedesmal wenn ich beim Paddeln meine Finger am Kajak stoße ereilt mich ein Tobsuchtsanfall und Martin muss darunter leiden. Zum Glück weiß er was in so einer Situation das Beste ist: Einfach weiter paddeln! 😀

Mangrovenwald

Mangrovenwald

Kajaktour durch den Mangrovenwald

Kajaktour durch den Mangrovenwald

Krebskolonie

Krebskolonie beim Zwischenstop

Nach der Tour geht es zu unserer Lodge im Kaoh Sok Nationalpark. Unsere Unterkünfte sind kleine, sehr einfache Baumhäuser mitten im Nationalpark. Moskitonetze sind hier ein muss.
Die Besonderheit unseres Baumhauses: Freiluft Dusche + WC! Klingt erst mal toll und sieht auch toll aus…. bis man Nachts während eines Monster Monsuns auf den Pott muss… den Rest überlasse ich nun deiner Phantasie 😉

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Eingangsbereich, direkt am Fluss

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Unser Zimmer

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Unser Freiluft Bad

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Freiluft Dusche

Im Eingangsbereich der Hütten standen jeweils sehr massive, und somit sehr schwere, Steinbänke. Um Werner, einen unserer Reisefreunde zu ärgern, haben wir seine Tür, welche nach außen Aufging, nach einem gemeinsamen Barbesuch damit verbarrikadiert. Für uns ein riesen Spaß, für ihn erstmal weniger. Wir jedenfalls lagen vor Lachen am Boden.

Ein bisschen Spaß muss sein ;-)

Werners verbarrikadierter Eingangsbereich

 

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Durch die Türritze fotografiert: Wir sahen dem Tod ins Auge –  Affen in unserem Bad! :-p

Die Rache kam am nächsten Morgen: Er warf eine Banenenstaude in unser Freiluftbad. Wir wurden vom Affengeschrei und getrampel auf unserem Dach wach. Unser komplettes Bad war voller Affen! – Touché Werner!

Obendrein haben mir die Affen aus unserem Bad dann auch noch Shampoo und Rasierschaum geklaut – Was die wohl damit vorhaben?! Falls also Affen mit Schaum vorm Mund gesichtet werden: Es handelt sich hierbei nicht um Tollwut! 😉

Obwohl wir ja bereits genug Dschungel in unserem  Bad hatten geht es trotzdem auf zu einer weiteren Dschungelwanderung. Ein Stück laufen wir durch den noch gut erschlossenen Eingangsbereich des Nationalparks um dann vom Ratchprapha-Dam mit Longtailbooten zum eigentlichen Ausgangspunkt unserer Wanderung zu gelangen. Die Bootsfahrt führt uns durch kleine Flussarme, die Seiten stark bewachsen. Je weiter wir fahren, desto grüner und dichter wird der Pflanzenwuchs.

Ablaz auf dem Longtailboot

Ablaz auf dem Longtailboot

Aussicht während der Bootsfahrt

Aussicht während der Bootsfahrt

 

 

 

 

 

 

 

Wir kommen an einem kleinen, sehr wackelig aussehendem Steg an. Noch schnell etwas Wasser gekauft und auf geht’s. Zuerst laufen wir auf relativ einfachen Wegen. Aus diesen Wegen werden kleine Trampelpfade. Aus diesen Trampelpfaden wird Querfeldein und über Stock und Stein – oder in diesem Fall Stein und Fluss.

Bootsanleger

Bootsanleger

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Anfang der Wanderung – Noch ist alles easy

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Über Stock und Stein

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Kleines Bäumchen

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Kurze Pause am Flussufer

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Dschungelfeeling

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Dschungelposing

 

 

 

 

 

 

 

Tramelpfad - Hier wirds schon enger

Trampelpfad – Hier wird’s schon enger

 

 

 

 

Mehr als einmal müssen wir während der Wanderung Blutegel von unseren Beinen entfernen. Wir hätten uns doch diese Schutzhosen kaufen sollen…

Eine Abkühlung gönnten wir uns in einem der Flüsse. Etwas mulmig ist einem zwar schon, wenn man bedenkt, was für Tiere dort rumschwimmen. Aber die Abkühlung war das Risiko mehr als Wert.

Abkühlung - Arschkaltes Quellwasser!

Abkühlung – Arschkaltes Quellwasser!

Unser Ziel mitten im Dschungel ist die Nam Tha Loo Höhle. Eine Tropfsteinhöhle, durch die ein Fluss fließt. Theoretisch kann man auf der einen Seite der Höhle einsteigen und durch klettern und schwimmen die Höhle am anderen Ende verlassen. 3 Jahre zuvor ist jedoch eine Touristengruppe bei dem Versuch ertrunken, sodass wir uns mit unserem Guide nur einige hundert Meter in die Höhle trauen. Dies reicht uns jedoch bereits vollkommen um einen unglaublichen Anblick zu haben.

Im Eingangsbereich lässt es sich noch laufen und sieht wie eine gewöhnliche Tropfsteinhöhle aus. Nach einigen Metern muss man bereits durch den Fluss laufen und es wird dunkel…

Nun wechseln sich schwimmen, klettern und durch den Fluss laufen ab. Mittlerweile sind wir bereits im Stockdunklen, man sieht die Hand vor Augen nicht. Besonders ich nicht, da ich keine Taschenlampe dabei habe. Also taste ich mich langsam vorwärts. Erwische dabei das eine oder andere Tier. Ich möchte gar nicht wissen was es war.

Martin im Eingangsbereich

Martin im Eingangsbereich

Ablaz in der Höhle

Ablaz in der Höhle

Eingangsbereich der Höhle

Eingangsbereich der Höhle

 

 

 

 

 

 

 

Plötzlich befinden wir uns in einem größerem Höhlenbereich. Ich fühle mich wie im Film „Reise zum Mittelpunkt der Erde“.
(- Ab hier sollten Frauen und Menschen mit Spinnenphobie aufhören zu lesen! -)

Unser Guide warnt uns an die Decke zu Leuchten. Zu spät – Hunderte von Fledermäusen fliegen aufgeschreckt durch die Gegend. Wir leuchten zu Boden.  Auch keine gute Idee: Hier tummeln sich hunderte von Spinnen. Von klein bis Handflächengroß! Und die kleinen Spinnen springen auch noch… und die großen sehen einfach nur fies aus. Alles juckt und kribbelt. Ich schlage Spinnen weg, die mir die Beine rauf krabbeln. Raus hier! 😀

Kein Foto aus dem Internet...das Foto ist tatsächlich bei unserem Besuch von unserem Guide geschossen worden...

Kein Foto aus dem Internet…Das Foto ist tatsächlich bei unserem Besuch von unserem Guide geschossen worden. Handgroß das Viech! Picture by Keng Kubglom

Der Rückweg durchs Dunkel war gar nicht mal so schön. Ich erinnere mich noch an die Worte von unserem Guide nachdem wir die Höhle verlassen haben: „Gut, dass ihr nicht wusstet, was da so alles im Wasser  rumschwimmt….“

Da wir unsere Kameras nicht mit in die Höhle nehmen konnten, hier ein Video von einer anderen Reisegruppe.

Den Abend lassen wir in einer geselligen Gruppe an der Bar ausklingen. Jeder hat genug Geschichten von seinem Tag zu erzählen.
Am nächsten Tag erkunden wir noch ein wenig den Nationalpark, sowie das angrenzende Dorf.

Anschließend geht die Reise weiter nach Kaoh Lak, ein wenig „normaler“ Strandurlaub zum Ende unserer Reise.

Tag 16 – 20: Kaoh Lak und Heimreise

Am 16. Tag unserer Thailandreise erreichen wir mit einem kleinen Bus Kaoh Lak. Die Stadt selber hat stark unter dem Tsunami gelitten, sodass hier nun viel auf Sicherheit geachtet wird. Überall in der Stadt finden sich Warnschilder. Wir besuchen ein Polizeiboot, welches während des Tsunamis mehr als 2 KM ins Landesinnere gespült worden ist und dort nun als eine Art Gedächtnisstätte liegt.

Tsumani Warnschild

Tsunami Warnschild

Polizeiboot 813

Polizeiboot 813 – Der Tsunami schwemmte es 2KM ins Landesinnere

Unsere Unterkunft für die nächsten drei Tage ist diesmal eine richtige Hotelanlage direkt am Strand. Diese hat zwar kaum noch Thailandflair, schaut dafür aber wunderschön aus. Wir wohnen in einem kleinen Bungalow nur wenige Meter vom Strand und Pool entfernt. Wir sind zufrieden, wir wollen ja schnell noch etwas Sonne tanken, bevor es bald schon wieder zurück in die kalte Heimat geht.

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Unser Pool

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Unser Zimmer in Kaoh Lak

Wir laufen durch die Stadt, genießen leckeres Essen (Meine Stäbchen-Esskünste sind mittlerweile richtig gut!) und kaufen noch die ein oder anderen Marken*hust*-Klamotten ein. Mein thailändisches Verhandlungsgeschick wird um „Peng mak!“ (Viel zu teuer!) erweitert. Es funktioniert, auch wenn ich die Antwort darauf nie verstanden habe! 😉

Martin deckt sich mit reichend Rambutan, seiner neuen Lieblingsfrucht, ein. Rambutan ist eine stacheligen Frucht, welche bei uns ziemlich unbekannt ist. Auch Durian (Stinkefruckt) probieren wir.  Der Name Stinkefrucht kommt nicht von ungefähr: Sie riecht grauenhaft, schmeckt aber gar nicht mal so schlecht! An vielen Geschäften und öffentlichen Einrichtungen befinden sich sogar Verbotsschilder für diese Frucht:

Durian Verbotsschild

Durian Verbotsschild

Auch sehen wir einen Weihnachtsumzug, schließlich ist bald Heiligabend und aufgrund der vielen Touristen…
Nur hier trägt der Weihnachtsmann rote Shorts und Flip Flops. Das ist Ihm bei 40 Grad aber auch nicht zu verübeln.  😀

Besonders auffällig sind die vielen Schneidereien in der ganzen Stadt. Wir haben leider nur drei Tage vor Ort und müssen uns daher leider von dem Gedanken verabschieden mit maßgeschneiderten Hugo Boss Anzügen für unter 100 € nach Hause zu fliegen. Bleiben wir halt bei unseren Shorts.

Am Abend finden wir unsere neue lokale Lieblingsbar, den Happy Snapper. Diesmal leider keine Reggaebar am Strand – aber ebenfalls mit einem Superflair. Abends spielen hier diverse lokale Bands – und diese gefallen uns super! Da Martin und ich beides Bassisten sind, sind wir von einem wirklich genialen Bassspieler begeistert. Nach seiner Show quatschen wir ein wenig mit Ihm und es dauert auch nicht lange, bis ich seinen Bass in der Hand habe.

Band im Happy Snapper

Band im Happy Snapper

Den nächsten Tage lassen wir gechilled angehen: Am Strand brutzeln und Massagen genießen 🙂
Martin flüchtet zwischendurch in unseren Bungalow um sich von 40 °C Außentemperatur zu erholen, ich höre meinen MP3 Player am Strand rauf und runter und will gar nicht mehr weg hier.

Für den letzten Abend haben laden uns unsere Gruppenteilenhmer zum Abendessen in einem Fischrestaurant ein. Wir müssen aber absagen, denn wir  haben uns VIP Tickets fürs Thaiboxen gekauft. Knapp 30 € pro Person. Dafür Sitzplätze in den vordersten Reihen und ein Buffettabendessen inklusive.
Wir fahren mit dem Taxi zu der Halle, in der die Kämpfe stattfinden sollen. Eine kleine, dunkle Halle auf einem Hinterhof…uns wird etwas mulmig – so stell ich mir Hahnenkämpfe vor.

Am Ticketschalter werden wir jedoch nett empfangen, wir erhalten unsere Tickets und einen Fahrer, welcher uns zum Abendessen fahren soll. Das Restaurant in dem das Essen stattfindet liegt fast wieder bei unserem Hotel… Die Taxifahrt hat sich gelohnt! 😀
Wir versuchen zu vereinbaren, dass uns unser Fahren in 45 Minuten wieder abholt…glauben wir zumindest.

Im Restaurant gibt es ein großes Buffet mit verschiedenem Gemüse und rohem Fleisch. Gebraten wird selbst, direkt am Tisch auf einem kleinen, in der Mitte des Tisches platziertem, Tischgrill. Dieser Grill wird mit Wasser aufgegossen, sodass diverses Gemüse am Rand gekocht werden kann. Dauert etwas, aber schmeckt super lecker!

Tischgrill

Tischgrill – Thailändische Art

Als unser Fahrer nach 60 Minuten immer noch nicht wieder da ist und der Kampf gleich losgeht, versuchen wir dem Restaurantpersonal verständlich zu machen unserem Fahrer Bescheid zu sagen. Ein elendiges Hin- und Her mit Warterei in Ungewissheit. Aber irgendwann steht unser Fahrer tatsächlich wieder vor dem Restaurant und wir fahren zurück zum Thaiboxing Event.

Dort angekommen werden wir in die Halle geleitet, welche eher nach der Turnhalle meiner alten Schule aussieht, nur etwas heruntergekommener. Wir nehmen in der ersten Reihe Platz und bekommen ein Getränk gereicht. Die Kämpfe starten – und hier geht es ordentlich zur Sache! Die meist Jungen Kämpfer bis ca. 20 Jahre geben ordentlich Gas und bieten selbst uns als nicht-Box-Fans eine spannende Show.

Später am Abend treffen wir uns noch mit einigen aus unserer Gruppe in unserer Happy Snapper Bar und feiern eine letzte ausgelassene Nacht.

Am nächsten Morgen erfahren wir, dass es einigen aus unserer Gruppe schlecht geht – das Fischrestaurant, zu welchem wir ja nicht mit konnten, war wohl nicht so gut. Es wird ein Arzt gerufen und stellt eine Lebensmittelvergiftung bei mehreren Personen fest. Ein Paar verschiebt sogar seinen Rückflug. Zum Glück waren wir beim Thaiboxen! Wir treten also unseren Rückflug an – mit dabei einige der kranken Personen, die Spucktüte immer griffbereit.

Am Flughafen erfahren wir, dass wir den Jungfernflug des neuen A380 von Thaiairways erleben werden. Ein riesiges Flugzeug, man merkt kaum etwas von Start und Landung.

Der erste Flug mit dem neuen A380

Der erste Flug mit dem neuen A380. Die Überraschung hat Martin glatt die Schuhe ausgezogen 😀

Dennoch dauert genau bis zum Abflug, als eine Frau links von Martin Gebrauch von der Spucktüte macht. Der beigerufene Steward balanciert die volle Tüte auf einem Tablett durch den Gang des Flugzeugs. Bei jedem ruckeln des Flugzeugs scheint die Tüte auf dem Tablett hin- und her zu rutschen… Ich sehe sie schon auf einem anderen Passagier landen.
Der Rest des Fluges verläuft dann glücklicherweise jedoch ruhig – und die Tüte findet Ihren Platz im Mülleimer 😉

16. Dezember, 13 Stunden später – Ankunft in Frankfurt: Wir sind müde, es ist kalt, wir wollen zurück nach Thailand!