Tag 19: Bolivien und die Höhenkrankeit

Der nächste Abschnitt unserer Reise soll uns über die Grenze nach Bolivien und dann bis „La Paz“, der höchsten Metropole der Welt führen. Zwischen 3200 und 4100 Meter über NN befindet sich La Paz. Als Vergleich: Die Zugspitze ist gerade einmal läppische 2900 Meter hoch.

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Von der Grenze bis nach La Paz

Morgens um 7 Uhr ist es an der Grenze Peru/Bolivien noch menschenleer: Wir treffen nur auf zwei weitere deutsche Backpacker und überqueren nun endlich ‚legal‘ die Grenze.

Zusammen mit den anderen Backpackern teilen wir uns ein Sammeltaxi und fahren nach Bolivien zur Copacabana. (Ja, die gibt’s da auch ;-))

Dort angekommen frühstücken wir erst einmal ausgiebig, bevor wir dem Titicaca See eine zweite Chance geben. Der Ort hier ist touristischer ausgelegt, daher schaut hier der See auch schon viel besser und gepflegter aus als in Puno.

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Martin am Titicaca See (Copacabana, Bolivien)

 

Wir sind jedoch etwas unter Zeitdruck und fahren nach einem kurzen Rundgang mit einem Sammeltaxi weiter nach La Paz.

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Von wunderschönen Aussichten…

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Den Ausläufen des See’s

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… bis hin zu wüstenähnlichen Landschaften

Das einzige was hier dünn ist, ist die Luft:
Wir sind noch keine 10 Minuten vor Ort und schon schlägt die Höhenkrankeit zu. Beim spazieren gehen schnaufe ich wie ein übergewichtiger Bär, welcher zu einem Marathon gezwungen wird. Einfachste körperliche Tätigkeiten werden zur Tortur…

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Die Stadt besitzt sogar eine eigene Seilbahn

Am Busbahnhof angekommen versuchen wir unser Busticket für die Weiterreise nach Santa Cruz in 2 Tagen zu organisieren. Nach etlichen Versuchen an diversen Verkaufsständen verstehen wir, dass die Tickets immer nur am Abreisetag selbst gekauft werden können. Glaubt mir, Bustickets mit Händen und Füßen zu kaufen klingt einfacher als Gedacht!

Wir nehmen ein schickes Hotel direkt am Busbahnof.

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Hotel in La Paz – El Alto

Dort eingecheckt schreibt Martin mit einem Bekannten, welcher in La Paz wohnt, an um ein paar Infos zu bekommen:

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What’s App „Reisewarnung“

Ok, die Gegend scheint nicht so der Hit zu sein.

Obwohl wir solche Infos fast über jede Stadt in jedem Reiseführer gelesen haben und daher solche Warnungen meist gelassen sehen, beunruhigt uns die Aussage von unserem Bekannten doch etwas. Zur Veranschaulichung unserer Situation ein paar Bilder! 😉

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Bei Holiday Check hätte das sicher 5 Sterne bekommen!

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El Alto

Wir entscheiden uns dennoch hier zu bleiben und direkt mit einem Taxi ins Zentrum von La Paz zu fahren.

Vorab wollen wir jedoch noch unseren morgigen Ausflug buchen: Eine Fahrradtour auf der berüchtigten „Death Road“. Da die Büros der Ausflugsanbieter bereits geschlossen sind, müssen wir telefonisch reservieren. Eine Herausforderung, denn mit meinen leichten Spanischkentnissen kommen wir mit Händen und Gestik soeben über die Runden. Aber am Telefon wird das sicher eine Nummer schwieriger.

Ich wähle also die Telefonummer über unser Zimmertelefon und stelle fest, dass mein Gesprächspartner natürlich kein Englisch spricht. Also versuche ich in einfachstem Spanisch mein Glück. Nur irgendwie versteht mich mein Gesprächsparter nicht.

Ich erkläre ihm, dass ich ihm nun eine E-Mail schreibe und gleich zurückrufen werde. Also mit Hilfe von Google Translator eine hübsche spanische Mail geschrieben, abgeschickt und wieder angerufen… am Telefon dieselbe Person wie zuvor. Soweit so gut. Solange, bis ich feststelle, dass ich die ganze Zeit nicht mit dem Ausflugsanbieter – sondern mit der Hotelrezeption telefoniere… 😉

Das war wohl nichts. Die Hotelrezeption teilt uns noch mit, dass mit den Telefonen nur interne Gespräche möglich sind. Also wählen wir die nächste Nummer aus einem Internetcafe. Die Dame am Telefon spricht Englisch, erklärt mir aber, dass die Route aufgrund von Erdrutschen für die nächsten Tage gesperrt ist. Schade 😦

 

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Foto aus dem Prospekt des Veranstalters „MyBike“

Also entschließen wir uns dazu etwas anderes aufregendes zu erleben. Ich habe von einem Hexenmarkt in La Paz gehört: “El Mercado de Las Brujas de La Paz“

(Achtung, es gibt hier einen „echten“ und einen für Touristen!)
Ich würde euch gerne sagen, wo es den „echten“ gibt – kann den Tipp, welchen wir aus einer Backpacker App hatten aber leider nicht mehr finden.

Wir lassen es also langsam angehen und laufen zum „echten“ Hexenmarkt. Dort angekommen werden wir nicht sehr freundlich angeschaut. Wir merken direkt, dass Touristen und Fremde hier nicht gerne gesehen sind.

Wir laufen vorbei an Alpaka Kadavern, getrockneten Fröschen und sonstigem aufgeknüpften Getier. Alte, schrumpelige Frauen verkaufen diverse Tierknochen und Zähne. Es brennen kleine Feuer vor den Hütten. Die Frauen werfen gegen einen kleinen Obolus Knochenstaub und Blüten in das Feuer und murmeln dabei etwas, was wie Beschwörungen klingt. Es wirkt seeeehr unheimlich…

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“El Mercado de Las Brujas de La Paz“

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Nicht unbedingt als Souvenir geeignet

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Spirituelle Sets welche entzündet werden müssen

Als Martin dann sein Handy rausholt um ein Foto zu machen, werden wir von einer der älteren Damen mit Knochen beworfen und lauthals beschimpft. Wir sehen zu, dass wir Land gewinnen. Ich bin mir bis heute sicher, dass Martin hier verflucht worden ist! 😉

Wir verbringen den restlichen Tag, in dem wir etliche Kilometer durch die Stadt laufen. Ich lasse mir noch einen Haarschnitt in einer kleinen Blechhütte verpassen und wir nehmen die Seilbahn ins Zentrum von La Paz. Nach ein paar Drinks und einer relativen langen Suche nach einem Taxifahrer, welcher überhaupt nach „El Alto“ fahren wollte geht es dann auch ab ins Hotel. Aufgrund der Höhenkrankheit entschließen wir uns schon am nächsten Morgen weiter Richtung Paraguay zu fahren.

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Ablaz in den Straßen von El Alto

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Typische peruanische Kleidung

Tag 13 – 18: Peru, Silvester und Machu Picchu

Wir sind immer noch in Rio Branco, Brasilien und müssen unser Geldproblem lösen. Also ab zur Bank. Dort angekommen sehen wir, dass wir nicht die einzigen sind.

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Hier gab’s trotzdem leider nichts umsonst

 

Nach gefühlten Stunden des Anstehens machen wir uns nun endlich wieder mit Geld in den Taschen auf dem Weg zum Busbahnhof. Hier soll es gerüchteweise eine Verbindung nach Cusco, Peru geben. Im Internet lässt sich hierzu leider nichts finden. Das wird sicher lustig… 😉

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Rio Branco

Aber erst einmal haben wir knapp 5km zu Fuß vor uns, bei 40 Grad. Nass geschwitzt erreichen wir den Busbahnhof und fragen uns an den diversen Schaltern durch bzw. versuchen es. Wieder einmal wird mir deutlich, wie schlecht man mit Grundkenntnissen Spanisch hier in Brasilien zurechtkommt.

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Der Fussmarsch zum Bahnhof

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Der Busbahnhof in Rio Branco

Wir müssen mit einem Sammeltaxi bis zur Grenze Brasilien/Peru, dann von da aus mit einem anderen Sammeltaxi weiter bis nach Puerto Maldono, Peru. Ab da fahren Busse bis Cusco. Die Strecke ist sehr lang und aufgrund der Anden auch nicht leicht zu bezwingen.

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Unsere Wegbeschreibung…

 

Also einem Sammeltaxi klar gemacht wohin wir wollen. Dann heißt es warten bis der Fahrer genug andere Gäste mit demselben Fahrziel gefunden hat. Knapp 40 Minuten später geht es los. 90 Relais (22 €) pro Person kostet uns die Fahrt und sie soll knapp 6 Stunden bis zur Grenze dauern.

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Innenansicht unseres „Sammeltaxis“

Nach 4 Stunden stoppt der Fahrer in Brasileia und verweist uns an einen anderen Fahrer. Also ab in den neuen Wagen und weiter geht’s.

Unser neuer Fahrer besitzt einen Fahrersitz bei dem die Rücklehne zur Hälfte weggebrochen ist. Um sitzen zu können, hält er sich am Lenkrad fest. Er fährt zur Sicherheit auch noch bei sich Zuhause vorbei um einen Schlafsack und ein Kopfkissen zu holen. Anschließend besuchen wir noch seine Kumpels in einer Werkstatt. Klingt für euch sicher komisch: Wir haben uns so langsam an das Chaos hier gewöhnt 😀

Irgendwann geht es dann doch endlich los zur Peruanischen Grenze. Dort wieder ein paar Einreisezettel ausgefüllt von denen ich nur die Hälfte verstand, durften wir dann doch passieren.

Beim Ausstieg wollte unser Fahrer dann plötzlich erneut den Fahrpreis von uns haben, obwohl wir diesen schon beim ersten Fahrer bezahlt haben. Der erste Fahrer versprach noch, dass dies der Komplettpreis bis zu Grenze sei. Es artete also in einer Diskussion an der Peruanischen Grenze aus. Ich bin bei sowas dann aber auch total Stur und nur Martin ist es zu verdanken, dass ich nicht immer noch da stehe und diskutiere 😉

Draufgezahlt haben wir dann trotzdem…

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Angekommen in Peru

Auf der Peruanischen Seite tauschen wir unser Geld um und essen ein Eis. 6 Stunden Fahrt liegen hinter uns, 10 noch vor uns…bis Cusco….dann weitere 7 Stunden bis Machu Picci.

Die Fahrzeiten sind hier einfach anders als in Deutschland, alles ist so groß und weit auseinander.

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Unsere Route, Abschnitt 1 bis Cusco

 

Mit einem Minivan und lauter peruanischer Musik (furchtbar!) geht es weiter nach Puerto Maldono, Peru. Unser Gepäck wird auf dem Dach des Wagens verstaut und auf geht die Reise. Wir fahren durch viel Niemandsland und durch einige kleine Dörfer. Leute steigen aus und zu. Manchmal wird auch nur eine Kiste eingeladen.

 

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Gepäck sicher verstaut

 

In einem Dorf wollen zwei Arbeiter, in einst weißen und nun verschwitzt, gelben Shirts, zusteigen. Sie hätten aber noch Gepäck um die Ecke. Also fahren wir in eine Seitenstraße und die Leute fangen an, offensichtlich sehr schwere Plastiktüten, aufs Dach unseres Van’s zu laden.

Plötzlich erscheint eine Kuh direkt neben mir am Fenster…. Nein, Moment, das ist keine Kuh – es ist nur ein abgetrennter Kuhschädel! Und in den restlichen Tüten befindet sich der zerteilte Körper der Kuh. Die packen die tote Kuh auf unser Dach zu unserem Gepäck!!

Ich warte nur darauf, dass das Blut vom Dach an meinem Seitenfenster herunterläuft…

Wir haben noch 2 Stunden Fahrt in diesem Wagen vor uns und fahren nun in der prallen Sonne mit der toten Kuh auf dem Dach quer durch Peru… die zwei Arbeiter steigen noch in unseren Van und verleihen auch so dem Innenraum ein ganz neues Geruchserlebnis 😀

Bitte stellt euch das ganze einen Moment bildlich vor…

In Puerto Maldono angekommen fühlen wir uns wie in Thailand. Das Aussehen der Leute, die Garküchen und Tucktucks überall. Alles erinnert uns an Thailand. Unser Bus fährt erst morgen früh, sodass wir uns auf die Suche nach einem Hostel machen.

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Puerto Maldono

Wir laufen durch viele Straßen und Gassen auf der Suche nach einer Unterkunft.
Außer der Hauptstraße ist keine Straße geteert, die Stadt hat ein interessantes Flair. Jedoch offensichtlich auch ein riesen Problem mit freilaufenden Hunden. Hunde überall und keiner davon in einer guten Verfassung. Wo wir bisher in so mancher Nacht die Grillen oder Dschungeltiere gehört haben, ist hier die Nacht vom Hundegebell durchzogen.

Als wir am nächsten Morgen aufwachen, machen wir uns auf den Weg zum Busbahnhof. Heute ist Silvester und wir wollen pünktlich zur Feier in Cusco sein. Dort soll die beste Silvesterparty in ganz Peru steigen; da dürfen wir zwei nicht fehlen!

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Aufbruch vom Hotel zum Bahnhof

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Im Busbahnhof, typische Peruanische Kleidung

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Bergdörfer während der Reise

 

Die Fahrt dauert weitere 12 Stunden, einmal komplett über die Anden, bis auf 4700 Meter über N.N., vorbei an Lamas, Alpakas und zig Bergdörfern. An der Spitze sind es knapp 0 Grad Celsius. Die Strecke über die Anden ist so kurvig, das einem fast schlecht wird.

Ankunft in Cusco; Ab ins Taxi und zum Hostel. Umziehen und raus zum Plaza de Armas. Leider regnet es stark und hier in Cusco ist es auch nur noch um die 15 Grad. Also entschließen wir uns noch schnell etwas essen zu gehen. Dazu gibt’s ein Pisco Sour, eine peruanische Spezialität. Erinnert an Caipiriniha, jedoch irgendwie mit Ei und 40 Umdrehungen 😀

Es hat aufgehört zu regnen, der Platz ist mit locker 5000 Menschen gefüllt, die Stimmung ist ausgelassen. Wir zählen den Countdown auf Spanisch und dann heißt es Happy New Year!

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Der Plaza de Armes

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Eine etwas andere Weihnachtsdeko

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Cusco bei Nacht

 

Es dauert genau 2 Minuten, bis sich zwei Frauen durch unsere Mitte quetschen. Ich bemerke circa 10 Sekunden zu spät, dass mein iPhone nicht mehr da ist, wo es hingehört… 😦

In der Masse der Menschen tauchen die Diebinnen direkt unter, keine Chance sie zu finden. Ist das ein Zeichen, dass ich in 2015 vorsichtiger sein soll?!

Ich versuche mir die Laune nicht verderben zu lassen. Wir laufen schnell noch die Runde um den Plaza de Armas, welches hier ein Ritual ist und uns Glück bringen soll. Das brauch ich!

Wir kommen schnell mit vielen Leuten ins Gespräch, landen irgendwann in einem Nightclub und werden um 7 Uhr morgens aus dem Laden gekehrt. Was eine Party! 🙂

Am nächsten ‚Morgen‘ um 17 Uhr werden wir wach und sind nicht gaaaanz so einsatzfähig 😉

Wir schlendern durch die Stadt, wundern uns über Menschen die uns offensichtlich von gestern Nacht wieder erkennen und gehen etwas essen. Alpaka Steak – sehr lecker!

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Alpaka Fleisch – eine Peruanische Spezialität

 

Am nächsten Morgen startet unser Bus nach Macchu Picchu um 8 Uhr. Wir haben mal wieder 7 Stunden Fahrt vor uns. Wir fahren etliche Gebirge auf und ab, Kurven, überall nur Kurven. Es ist das erste Mal, dass mir von Autofahren schlecht wird.

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Solche Linien lauf ich sonst nur nach einem Diskobesuch

Dazu das nervige gehupe: Peruaner hupen zu diversen Anlässen wie z.B. Vor Kurven, vor Kreuzungen, beim Überholen, beim Durchfahren von Ortschaften, beim Durchfahren von Wäldern, zum Grüßen und aus einigen mir nicht erkennbaren Gründen.

Die Landschaft ist jedoch wunderschön, sodass die Zeit relativ schnell vergeht. Knapp 1000 Hupgeräusche später erreichen wir also die Hydroelektrika, der letzte via Auto erreichbare Punkt vor’m Machu Piccu.

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Unsere Straße

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Landschaft

Ab der Hydroelectrica kann mein ein überteuertes Zugticket für 50 Dollar kaufen oder, wie fast jeder, die Strecke entlang der Gleise laufen. Es ist eine schöne Strecke und dauert zu Fuß circa 2,5 Stunden bis man in Aguas Scalliente, dem Dorf am Fuße des Machu Piccu, ankommt.

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In Aguas Scalliente haben wir ein Hostel gebucht, besorgen uns die Tickets für Machu Picchu (35 Dollar) und gehen schlafen. Morgens um 4 Uhr schellt der Wecker für den Aufstieg auf den Machu Picchu.

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Treppen zum Machu Piccu

 

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Noch einige Meter vor uns

Wir haben bereits unsere großen Rucksäcke dabei und brauchen daher fast 2 Stunden für den sehr steilen Aufstieg. Was man oben sieht, lässt sich besser mit Bildern als mit Worten beschreiben.

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Macchu Picchu

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Martin und Ablaz auf dem Machu Piccu

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Ob die „Brücke“ TÜV geprüft ist?

 

Wer immer diese Steine hier damals hochgeschleppt und gestapelt hat…Respekt!

Runter geht es mit dem Bus nach Agiolas Scalliente, von dort aus stehen nochmal die 2,5 Stunden Fußmarsch zurück zur Hydroelektrika an. Leider regnet es sehr heftig, aber bei den Temperaturen stört das wenig. Bei der anschließenden 7 stündigen Rückfahrt schon mehr, denn einige Straßen sind aufgrund der Regenfälle nicht mehr passierbar.

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Erdrutsch

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Aus Straßen werden Flüsse

 

Wir durchfahren einige Flüsse, die auf der Hinfahrt noch nicht vorhanden waren und sehen auch den ein oder anderen Erdrutsch. Aber wir kommen wieder heile in Cusco an.

An sich wollen wir abends direkt weiter nach Puno, zum Titicaca See. Allerdings sind alle Busse ausgebucht, sodass wir erst am nächsten Morgen starten können.

Am nächsten Tag erreichen wir  nachmittags die Stadt Puno. Optisch eine sehr triste und graue Stadt. Auch habe ich mir den See, welcher mit 8.288 km² der höchstgelegene schiffbare See der Welt ist, schöner vorgestellt. Leider ist er voll mit Müll und alten, rostigen Booten. Naja, schnell ein Foto gemacht, Filter drauf und raus aus Puno.

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Ablaz am Titicaca See

Wir erfahren allerdings, dass nach 14 Uhr keine Busse mehr nach Bolivien fahren. Hier bleiben wollen wir aber auch nicht, also finden wir heraus, dass ein Taxi bis zur bolivischen Grenze 150 Solei (50 Euro) kosten soll. Für 200 Kilometer ist es uns das Wert. Wir haben jedoch kein Bargeld bei und haben seit unserem Bankendisaster in Rio Branco auch immer noch Probleme mit Geldautomaten. Der ATM am Bahnhof funktioniert natürlich nicht, sodass wir via Tucktuck zur nächstgelegenen Bank gefahren werden. Meine Karte funktioniert immer noch nicht, aber Martin kann zum Glück Geld abheben.

Also in das nächste Taxi, Preis verhandelt und los. Doch vor der Abfahrt schraubt der Fahrer erst einmal sein Taxi Schild ab… Wohl nicht ganz so legal was er hier tut?

Als nächstes Fahren wir tanken, wir zahlen. Mautstellen, wir zahlen. Ich lege mir während der Fahrt schon die Spanischen Sätze zusammen um dem Fahrer klarzumachen, dass wir Benzin und Maut vom Fahrpreis abziehen. Klappt überraschender Weise sogar gut und so bleibt es insgesamt beim vereinbarten Fahrpreis.

Unterwegs werden wir noch von der Polizei angehalten. Alle Aussteigen. Wir werden gefilzt – unserer Taschen werden durchsucht. Nach intensivem Studium unserer Pässe dürfen wir weiterfahren.

An der Grenze Peru/Bolivien angekommen wissen wir nicht wirklich wohin. Nach einigem rumgefrage landen wir bei der bolivianischen Immigration, der Beamte ist gerade dabei die Tür abzuschließen. Die Grenzstation ist bereits geschlossen. Nach einem sehr traurigem Blick unsererseits will der Beamte uns aber dann doch noch den Einreisestempel geben… dabei fällt auf: Uns fehlt der Ausreisestempel von Peru. Also wird das leider nichts mit der Einreise!

Wir laufen zurück nach Peru und wollen unser Glück am nächsten Morgen erneut versuchen.

Problem für diese Nacht: Wir sind ohne Geld und es gibt weit und breit keinen Geldautomaten. Wir fragen an einer Wechselstube nach einem Geldautomaten, sowie einem Hotel. Einen Geldautomaten gibt es nicht, also wollen wir zu dem beschriebenen Hotel laufen. Die Angestellten erzählen noch, dass man besser nicht zu Fuß hinlaufen soll, da die Gegend rund um die Grenze gefährlich sein soll. Wir haben keine Wahl (wir sind ja Pleite) und wollen zu Fuß zum Hotel laufen, da bezahlen uns die zwei Frauen der Wechselstube das TuckTuck zum Hotel. Sehr nette Geste von den beiden 🙂

Wir bedanken und verabschieden uns von den beiden. Im Hotel fallen wir nach einem kurzen Abendessen direkt ins Bett und überqueren die Grenze Peru/Bolivien früh am nächsten Morgen.